Freundlichkeit ist eine Zier

23. Januar 2009 at 14:40 Hinterlasse einen Kommentar

Manches, was ich manchmal sage und schreibe, stösst manchem sauer auf. Aber das kann man ja diskutieren!

Ich bin uneingeschränkt dafür, dass Frauen sich nicht zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen (wobei das Thema Karriere nicht einmal für Frauen ohne Kind ein Selbstgänger ist). Dazu gehört z.B., dass Kinderbetreuung nicht mehr ausschliesslich oder größtenteils Muttersache ist, sondern auch die Väter zu gleichen Teilen daran partizipieren. Es muss flexible Arbeitszeiten für beide Eltern und vielfältige Betreuungsangebote für die Kinder geben. Finanzielle Unterstützung spielt sicher eine Rolle, ist meiner Meinung nach aber nicht ausschlaggebend. Soviel zu einer frauen- und damit elternfreundlichen Familienpolitik.

Eine kinderfreundliche Familienpolitik sieht für mich anders aus. Kinder brauchen ihre Eltern – nicht nur am Wochenende. Und Kinder brauchen auch Förderung. Die können sie aber nur in einer qualitativ hochwertigen Betreuung bekommen. Eine Erzieherin, die 10 oder gar 15 Kinder gleichzeitig betreut, kann das niemals leisten. Kindern ist nicht damit geholfen, dass es einen Rechtsanspruch auf Betreuung gibt, den Eltern schon und das ist ein Unterschied.

Ich wehre mich dagegen, dass deutsche Mütter immer dann leuchtende Augen bekommen, wenn sie hören, dass ich in Frankreich lebe. Oh, wie kinderfreundlich das Land sei und oh, wie toll das Betreuungsangebot.
Kinder finden im öffentlichen Leben kaum statt. Diejenigen, die Eltern sind, verbringen die meiste Zeit ohne ihre Kinder. Am Wochenende treffen sie dann aufeinander und man sieht die Väter, die ihre Kinder an den Ohren vom Spielzeugregal im Supermarkt wegziehen und die Mütter, die ihren Kindern eine Süssigkeit aus der Hand schlagen und sie dabei anschreien. Kinderfreundlich?

Natürlich ist es für die Kinder immer noch besser, mehr schlecht als recht aber immerhin betreut zu werden, statt allein mit einer restlos überforderten und von niemanden unterstützten Mutter zu Hause zu sein. Aber kinderfreundlich?

Und wirklich frauenfreundlich sind übrigens auch die Franzosen nicht, denn auch wenn arbeitende Mütter voll anerkannt sind, werden die nicht arbeitenden Mütter nicht für voll genommen. Und die Kinder zur Schule, zum Turnen oder in die Musikschule zu bringen, ist auch hier immer noch Muttersache.

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Entry filed under: tagtäglich, Vive la France.

Widerstand zwecklos Glory, glory, hallelujah

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