Wer hat an der Uhr gedreht

4. Januar 2008 at 11:12 Hinterlasse einen Kommentar

Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein letzter Eintrag ist nun schon fast drei Monate her und ich kann nicht einmal sagen, dass ich irgendetwas Tolles in der Zwischenzeit gemacht hätte und deshalb nix schreiben konnte. Dabei haben wir mittlerweile sogar einen Babysitter, die sich zwei Nachmittage pro Woche mit meinem – inzwischen einzigem – Hobby beschäftigt.

Unser erster Jahreswechsel in Frankreich verlief ähnlich ruhig wie der erste in Kanada. Das Neue Jahr wurde, anders als in Deutschland, nicht in Grund und Boden geböllert. Hier und da heulte eine Rakete durch die Nacht, aber insgesamt war es so still, dass ich mich nicht getraut habe, unsere 10 Knaller loszulassen.
Vielleicht lag es am Feuerwerkverbot, das wegen der üblicherweise stattfindenden Randale erlassen wurde – allerdings versicherten uns unsere Nachbarn, dass die Knallerei in Frankreich sowieso keine Tradition hätte. Anders als das obligatorische „Autos anzünden“. Irgendeinen Ersatz braucht der Laien-Pyromane nun einmal.

Auch das Weihnachtsfest verbrachten wir eher gemütlich. Fritzi interessierte sich nicht wirklich für den Tannenbaum, was die Hasen freute. Sie machte keine Anstalten, ihn umzuwerfen oder überhaupt zu berühren. Ich hätte mir die Lichterkette also sparen und noch einmal richtige Kerzen reinhängen können. Zumal die Kette viel zu kurz war und am 24.12. partout keine künstlichen Kerzen mehr zu bekommen waren. Allerdings gab es die auch vorher nicht. Lichterketten im Kerzendesign oder sogar echte Baumkerzen gehörten nicht zum Dekosortiment in den Läden.
Selbst draußen konnten wir es nicht funkeln lassen, weil wir unsere Außensteckdose nicht gefunden haben. Wir sitzen dennoch nicht im Dunkeln, denn unsere Nachbarn gegenüber lassen ihre Fassade jeden Abend in allen Farben erstrahlen. Pünktlich ab 17.00 und bis 23.00 Uhr blinken, blitzen und flackern diverse Ketten, Schläuche und Weihnachtsmänner fröhlich vor sich hin.

Paris selbst war umso enttäuschender, zumindest was die Lichtdeko betraf. Die großen Boulevards waren ein bisschen herausgeputzt, besonders die Champs Elysee, aber auch nur dort, wo massenhaft Publikumsverkehr herrscht. An den Privathäusern sah man kaum etwas. Da hatte ich nach dem Spiegel-Artikel mehr erwartet. Vielleicht sind die Pariser aber auch einfach nur außerordentlich umweltbewusste Leute (ich bin mir des Widerspruchs durchaus bewusst) und haben ihre Lichterketten wegen des Klimawandels im Keller gelassen. Sehr lobenswert!

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Entry filed under: Vive la France.

Echt ekelig Liebe geht durch den Magen

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