Archive for Januar, 2008

Königin für einen Tag

Zum Festtag der Heiligen drei Könige tischen die Franzosen einen ganz bestimmten Kuchen, und zwar den Galette des Rois, auf. Den gibt es übrigens als besonderes Schmankerl den ganzen Monat hindurch bei den Bäckern zu kaufen.

Zufällig waren wir bei unseren Nachbarn zum Champagner eingeladen (ja, in Frankreich trifft man sich eben nicht ordinär zum Nachmittagskaffee) und bekamen just diesen Kuchen aufgetischt. Und es kam wie es kommen musste: Ich fand das kleine versteckte Teil in meinem Stück (zum Glück ohne mir einen halben Zahn daran abzubeißen) und durfte die, zu jedem Kuchen mitgelieferte, Krone aufsetzen.

Fritzi freute sich darüber, wie doof die Mama aussah, die Nachbarn hatten ein lustiges Erinnerungsfoto und Gerold stellte fest, dass er jetzt endlich mal seinen Französischlehrer auf den Pott setzen muss, weil er immer noch keinen Satz rausbringt (hat er in der letzten Woche auch getan) – ein rundum gelungener Nachmittag!

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15. Januar 2008 at 08:49 Hinterlasse einen Kommentar

Liebe geht durch den Magen

Wenn man sich die deutschen Klatsch-und-Tratsch-Magazine oder -Sendungen anschaut, muss man zwangsläufig den Eindruck gewinnen, dass Austern das Leibgericht ausschließlich der Reichen und Schönen sei. Falsch!
Hier in Frankreich ißt das einfach jeder – selbst unser Babysitter – traditionell zu Weihnachten und/oder Sylvester. Man bekommt das salzige Glibberzeug in jedem etwas grösseren Supermarkt, auf dem Wochenmarkt sowieso und dann natürlich in den Fischläden. In unserer kleinen Stadt gibt es sogar ein Geschäft, das nur von September bis Ostern geöffnet hat und – zwar nicht ausschließlich, aber in erster Linie – Austern verkauft (und eben noch andere Meeresfrüchte).

Ob sich diese Vorliebe dann im Herbst in den Geburtenraten niederschlägt, konnte mir leider niemand bestätigen.

11. Januar 2008 at 11:37 1 Kommentar

Wer hat an der Uhr gedreht

Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein letzter Eintrag ist nun schon fast drei Monate her und ich kann nicht einmal sagen, dass ich irgendetwas Tolles in der Zwischenzeit gemacht hätte und deshalb nix schreiben konnte. Dabei haben wir mittlerweile sogar einen Babysitter, die sich zwei Nachmittage pro Woche mit meinem – inzwischen einzigem – Hobby beschäftigt.

Unser erster Jahreswechsel in Frankreich verlief ähnlich ruhig wie der erste in Kanada. Das Neue Jahr wurde, anders als in Deutschland, nicht in Grund und Boden geböllert. Hier und da heulte eine Rakete durch die Nacht, aber insgesamt war es so still, dass ich mich nicht getraut habe, unsere 10 Knaller loszulassen.
Vielleicht lag es am Feuerwerkverbot, das wegen der üblicherweise stattfindenden Randale erlassen wurde – allerdings versicherten uns unsere Nachbarn, dass die Knallerei in Frankreich sowieso keine Tradition hätte. Anders als das obligatorische „Autos anzünden“. Irgendeinen Ersatz braucht der Laien-Pyromane nun einmal.

Auch das Weihnachtsfest verbrachten wir eher gemütlich. Fritzi interessierte sich nicht wirklich für den Tannenbaum, was die Hasen freute. Sie machte keine Anstalten, ihn umzuwerfen oder überhaupt zu berühren. Ich hätte mir die Lichterkette also sparen und noch einmal richtige Kerzen reinhängen können. Zumal die Kette viel zu kurz war und am 24.12. partout keine künstlichen Kerzen mehr zu bekommen waren. Allerdings gab es die auch vorher nicht. Lichterketten im Kerzendesign oder sogar echte Baumkerzen gehörten nicht zum Dekosortiment in den Läden.
Selbst draußen konnten wir es nicht funkeln lassen, weil wir unsere Außensteckdose nicht gefunden haben. Wir sitzen dennoch nicht im Dunkeln, denn unsere Nachbarn gegenüber lassen ihre Fassade jeden Abend in allen Farben erstrahlen. Pünktlich ab 17.00 und bis 23.00 Uhr blinken, blitzen und flackern diverse Ketten, Schläuche und Weihnachtsmänner fröhlich vor sich hin.

Paris selbst war umso enttäuschender, zumindest was die Lichtdeko betraf. Die großen Boulevards waren ein bisschen herausgeputzt, besonders die Champs Elysee, aber auch nur dort, wo massenhaft Publikumsverkehr herrscht. An den Privathäusern sah man kaum etwas. Da hatte ich nach dem Spiegel-Artikel mehr erwartet. Vielleicht sind die Pariser aber auch einfach nur außerordentlich umweltbewusste Leute (ich bin mir des Widerspruchs durchaus bewusst) und haben ihre Lichterketten wegen des Klimawandels im Keller gelassen. Sehr lobenswert!

4. Januar 2008 at 11:12 Hinterlasse einen Kommentar


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