Archive for Oktober, 2007

Echt ekelig

Nun ist mein Blog also endgültig in der Schmuddelecke angekommen.
Früher fanden verirrte Schäfchen über den Umweg „Klinkertapete“ oder „in welchem Land liegt Toronto“ auf den Pfad der Tugend zurück. Heutzutage ist bei den Suchbegriffen aus der angewandten Biologie Hopfen und Malz verloren und ehrlich gesagt, frei nach Jan Delay, möchte ich nicht, dass Ihr meine Texte lest.

Wenn es irgendjemanden in den unendlichen Weiten des World Wide Web gibt, der weiß, wie man es schafft, bei bestimmten Begriffen von Suchmaschinen nicht aufgelistet zu werden: Bitte melde Dich!

19. Oktober 2007 at 05:17 2 Kommentare

Eingesperrt

In Hamburg konnte ich es mir nicht anders vorstellen, in Toronto habe ich es dann gar nicht mehr getan und hier muss ich mich erst langsam wieder daran gewöhnen. Wovon rede ich bloß? Davon, meine Haustür abzuschließen.

Bevor wir Deutschland verließen, wäre mir nie in den Sinn gekommen, meine Haustür nicht abzuschließen. Obwohl die meisten Türen ohne Schlüssel von außen gar nicht geöffnet werden können. Egal, ich kam rein, schloss die Tür und drehte den Schlüssel um.
Dann kamen wir nach Toronto und dort lässt eigentlich jeder seine Haustür offen. Und wenn man zu Besuch kommt, klopft man kurz an und geht rein. Die Türen haben nämlich meist einen Drehgriff und sind damit auch von außen zu öffnen.
Am Anfang habe ich mich noch manchmal gewundert, wenn der bestellte Handwerker schon im Flur stand, während ich noch die Treppe runterkam. Aber sehr schnell war es das Normalste auf der Welt. Ob ich zum Briefkasten ging, im Garten gearbeitet habe oder mit Fritzi in ihrem Zimmer beschäftigt war – unsere Haustür war immer offen.
Nur Gerold konnte sich das Abschließen nicht abgewöhnen. Was dazu führte, dass ich so manches Mal vor die abgeschlossene Tür rannte.

Hier ist es nun noch ein bisschen schlimmer als in Hamburg und mein Schlüsselbund hat mittlerweile Hausmeisterausmaße angenommen. Die meisten Türen haben zwei Schlösser und die werden auch abgeschlossen – sogar das Gartentor. Zum einen schreibt die Versicherung das vor, zum anderen machen es alle Nachbarn so und da will ich nicht das einzige offene Gartentor haben.

Abends gleicht unsere Strasse dann einem Hochsicherheitstrakt. Alle Rollos werden runtergelassen, die Fensterläden geschlossen und die Alarmanlagen eingeschaltet. Und dabei wohnen wir in einer wirklich guten Gegend.
Das erinnert mich immer ein bisschen an Malefiz spielen, als ob man das weiße Steinchen, das vor einem stand, wegräumt und hinter sich wieder aufstellt.

18. Oktober 2007 at 12:38 Hinterlasse einen Kommentar


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