Archive for September, 2007

Schuldig

Lady Diana kämpfte gegen sie an und sogar der Tatort am letzten Freitag machte ihre verheerende Wirkung zum Thema: Landminen.

Nun war ich zu der Zeit, als sich die Prinzessin von Wales für die Ächtung von Landminen stark machte, der festen Überzeugung, dass kein Mensch meiner Hilfe bedarf, weil er – anders als Tiere – seinem Leid aus eigener Kraft entgehen kann. Also habe ich stets und ausschließlich für Tiere und deren Umwelt gespendet. Mittlerweile bin ich Mutter und meine Hormone sind in Aufruhr. Ich fange an zu weinen, wenn ich sehe, dass Kinder schlecht behandelt werden und Nachrichten lesen oder sehen wird zum Spießrutenlauf, weil immer irgendwo Kinder oder Tiere leiden oder Natur zerstört wird.

Es ist eine Sache, wenn Kinder auf eine Landmine laufen, die in Form und Farbe eher einem Puck ähneln und irgendwo vergraben sind. Eine völlig andere ist es, wenn diese Miene wie ein Gebrauchsgegenstand oder gar Spielzeug aussieht und damit offensichtlich zum Ziel hat, Kinder zu verletzen oder zu töten. Denn während eine Mine einem Erwachsenen „nur“ die Beine wegsprengt und die Genitalien zerfetzt, reicht diese Sprengwirkung völlig aus, um ein Kind zu töten. Selbst wenn das Kind die Detonation überlebt, sterben viele auf dem Weg ins Krankenhaus. Und sollten sie wider Erwarten doch lebend dort ankommen, gestaltet sich ihre Behandlung sehr schwierig. Sie wachsen noch, brauchen ständig neue Prothesen und das meist in einem Land, in dem schon normale Kranke nicht wirklich adäquat behandelt werden können und das Geld für Schwerstverletzte äußerst knapp ist.

Es ist also wichtig und sinnvoll, sich für den Kampf gegen Landminen einzusetzen. Aber wenn wir spenden, sollten wir nicht vergessen, dass es viele gibt, die gutes Geld mit dem Tod von Kindern verdienen. Minen werden entwickelt, gebaut, gelagert, verpackt und exportiert. Viele Menschen sind mit ihnen beschäftigt, bevor sie an ihrem Bestimmungsort liegen und Kinder töten. Es sind zwar weder der Mitarbeiter in der Produktion noch der Lieferant für die Farbe, die ein Vermögen damit machen; das bleibt den Großen wie Daimler, Siemens oder Rheinmetall vorbehalten. Mitschuldig am Tod der Kinder sind sie aber alle.

10. September 2007 at 04:42 1 Kommentar


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