Lange Finger

30. Juli 2007 at 08:11 Hinterlasse einen Kommentar

Mütter leiden ja immer an irgendeinem Mangel. Sei es an Schlaf oder adäquaten Gesprächspartnern jenseits des „dada“, „jada“ und „heda“ oder eben Zeit. Das bekommen nicht nur die lieben Mitmenschen zu spüren, sondern auch Haushalt und Hobbies. Bloggen ist Luxus geworden, genauso wie mal hinter den Schränken putzen oder mit Gerold den Sonntag verbummeln.

Aber alles jammern hilft nix, es gibt Themen, die müssen an den Mann gebracht werden!

Der gemeine Franzose leidet ja nicht nur am „Made in France“-Wahn, er bleibt auch ganz gern unter sich. Immigranten, insbesondere farbige (müsste man die politisch korrekt eigentlich Afro-Franzosen nennen, so wie Afro-Amerikaner und Afro-Kanadier?), können das eine oder andere Liedchen davon singen.
Es beginnt damit, dass es für sie nahezu unmöglich ist, in guten Gegenden ein Haus oder eine Wohnung zu mieten. Die meisten Vermieter schließen nämlich eine Versicherung gegen Mietausfall ab, was dazu führt, dass faktisch die Versicherungsgesellschaft den Mieter auswählt und neben einem fürstlichen Gehalt und der Kaution auch eine Bürgschaft fordert. Am Ende kommt so eine Menge Geld zusammen. Zuviel für viele und so landen sie in den Hochhausghettos, was einem die Laune schon ganz schön verderben kann.
Im Berufsleben sieht es nicht besser aus. Anders als in Toronto sind die gut bezahlten Bürojobs fast ausschließlich weißen (und männlichen) Franzosen vorbehalten. Die sitzen dann wie Graf Koks hinter ihren großen Schreibtischen und rauchen dort – kein Witz – Zigarre. Mehr Macho geht kaum.

Für die Sicherheit im täglichen Leben sind dagegen die Afro-Franzosen zuständig. Weder anerkannt noch erwünscht, haben sie die Nische „Security“ für sich entdeckt. Neben jeder Supermarktkasse steht einer, am Ein- und Ausgang sowieso und im Laden laufen sie dann auch noch rum. Man könnte fast denken, dass man gerade dabei ist, in die USA einzureisen und nicht Socken für den Liebsten einkauft.
Nun kann die USA den Aufmarsch an Sicherheitspersonal prima mit der Achse des Bösen begründen – aber vor wem müssen sich französische Supermärkte, Warenhäuser und Bekleidungsgeschäfte schützen? Vielleicht ist es einfach so, dass die Franzosen neben Käse und Wein auch ein ordentliches Schnäppchen zu schätzen wissen. Oder als Erfinder des zivilen Ungehorsams mangels ordentlicher Revolutionsgründe alltäglich den Aufstand im Kleinen proben. Statt Großgrundbesitzern müssen dann eben Ladenketten herhalten. Liberté, Egalité, Fraternité.

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Entry filed under: tagtäglich, Vive la France.

Bonne Fête Papa Á table, s’il vous plait

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