Hitparade

21. März 2007 at 18:22 5 Kommentare

Drei fleißige Kanadier haben die Hälfte unseres Hausstands verpackt, Fritzi schläft auf meinem Schoss und Gerold ist unterwegs. Zeit also für die ultimativen Top 12 und 13 der Dinge, die ich vermissen werde oder auch gerne hinter mir lasse (in der Hoffnung, dass es endlich mal jemanden davon abschreckt, nach Kanada auswandern zu wollen – Ich liebe deutsche Land!):

Zuerst „I’ll miss you“:

  • Die Toronto Raptors und den Raptor – Jetzt haben sie endlich mal die Chance auf die Playoffs und ich bin nicht dabei!
  • Den unglaublich blauen Himmel, der depressiven Winterverstimmungen keine Chance lässt.
  • Die äußerst praktischen Öffnungszeiten – Wie soll ich mich nur wieder an Supermärkte gewöhnen, die sonntags geschlossen haben?
  • Pommes mit Käseklumpen und Bratensauce, auch Poutine genannt – Bedarf keiner Erklärung, oder?
  • Das Rauchverbot in Lokalen – Endlich mal eine Verbot, das wirklich die Lebensqualität erhöht.
  • Ausreichend und zumeist kostenlose Parkplätze direkt vor der Haustür – In Paris wird Parken wieder ein kleines Vermögen kosten.
  • Poop and Scoop – Zumindest tagsüber und im Sommer sammeln die Hundebesitzer den Dreck ihrer vierbeinigen Freunde auf.
  • Das Lunchbuffet bei Mandarin – Sehr wichtig für die stillende Mutter; wenigstens einmal pro Woche richtig satt essen!
  • Halloween, der gruselige Höhepunkt des Jahres – Spooky!
  • Meinen Garten und all die Kumpels die darin kreuchen und fleuchen – Nicht nur diverse Hundertschaften von Eichhörnchen und Waschbären, sondern auch Kardinäle und Blue Jays, nicht zu vergessen die wunderschönen Schmetterlinge, die im Sommer vorbeischauen.
  • Unseren deutschen Zahnarzt, den es auch nach Toronto verschlagen hat – Ich gehe eh gern zum Zahnarzt und wenn es ein guter ist, so wie dieser hier, dann noch viel lieberer!
  • Die dicken Trucks und Schneeräumfahrzeuge – Ich habe eine Schwäche für Brummis, übrigens auch für Lagertechnik; ein vollautomatisches Hochregallager bringt mich schon in Wallung.

Und nun „TGIF“:

  • Das Thema Umwelt in allen Variationen – Sei es nun die unsägliche Robbenjagd, der Müll, der überall rumliegt, die Klimaanlagen, die den ganzen Sommer über laufen; everybody talks green but nobody acts green.
  • Der Autoverkehr – Zum einen haben die vier Räder natürlich immer Recht, zum anderen machen die völlig kaputten Straßen und die total überforderten Fahrer in ihren schrottreifen Karossen Autofahren zu einer Erfahrung, auf die man gerne verzichtet.
  • Und wo wir oben schon die Lebensqualität hatten – Die Auswahl an leckeren Joghurts ist doch sehr beschränkt (ich habe in zwei Jahren keinen gefunden), Quark gibt es gar nicht und über Käse und Wein reden wir lieber einfach nicht. Richtig gute Lebensmittel sind schwer zu finden.
  • Tierschutz ist hier kein Thema, jagen und töten gehören zur Canadian Heritage, dafür schröpfen die Tierärzte diejenigen, die ihr Haustier lieben, über alle Maßen – Entweder lässt man sein Viech leiden oder legt ein Sparkonto an.
  • Mind your own business – Selten habe ich mehr Ignoranz erlebt.
  • Die extrem schwankende Luftfeuchtigkeit – Im Sommer gart man subtropisch im eigenen Saft, im Winter schuppt sich die Haut.
  • Ein Königreich für einen bullernden Heizkörper – Ich ertrage diese laut pustende Heizung, die die Luft noch trockener macht, einfach nicht mehr.
  • Die Krankenversicherung ist zwar günstig, aber was nützt das, wenn man keinen Arzt findet? Ärztemangel in der Ersten Welt, ein Armutszeugnis.
  • Strommasten verschandeln zusätzlich das Straßenbild, das bei der kanadischen Bauweise sowieso keins ist – Was in Deutschland ein sozialer Brennpunkt wäre, ist hier ein ganz normales Wohngebiet.
  • Wie freue ich mich darauf, Menschen in richtigen Hosen und Hemden oder Blusen zu sehen – Hoffentlich bekomme ich beim ersten Jogginganzug nicht gleich einen Anfall.
  • Das Bankenwesen lebt hier nicht nur hinterm Mond, sie lassen sich das auch noch teuer bezahlen – Horrende Gebühren für Null Servivce.
  • Endlich nicht mehr über das Fernsehprogramm aufregen – Monopolistisch überteuerte Dauerwerbesendungen, die gelegentlich von Nachrichten oder anderem unterbrochen werden.
  • Die Stromversorgung ist einfach ein Witz! – Rewiring Canada!
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Entry filed under: alles anders in Kanada, tagtäglich.

Fronkreisch, Fronkreisch Farewell Tour 2007

5 Kommentare Add your own

  • 1. mutt..ering  |  25. März 2007 um 16:32

    Warum sind es immer die interessanten und netten Nachbarn die weiter ziehen?
    Nicole, Gerold und little Fritzi alles gute in Paris.
    Baguette frisch mehrmals am Tag, fromage gut gereift und vin ohne ein Bankaccount ausraeumen zu muessen..
    We envy you…
    Stay in touch et bon voyage
    still mutt..ering dans le Canada

    (I failed in french, excuse moi)

    Antwort
  • 2. Pam  |  4. September 2007 um 14:12

    Hallo Nicole, mit großem Interesse lese ich deine Website und ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll, denn – uns (Mann, 1,5 jährig. Tochter u. ich) verschlägt es berufl. Bedingt (mein Mann) Anfang nächsten Jahres für mind. 3 Jahre nach Toronto und ich stehe vor einem Berg. Da du ja schon alle Höhen und Tiefen dieser Stadt durchgemacht hast frage ich, ob du mir nicht Tipps zum Hauskauf bzw. Miete, Stadtteil in der man wohnen sollte,mit Kind u. Kegel (Katze) Mutter mit Kind Beschäftigungen etc, etc. geben könntest????? Ich rufe dich gerne an… vielleicht mailen wir mal! Ich würde mich freuen! Gruß, Pam

    Antwort
  • 3. Doerte Schulze  |  14. Dezember 2008 um 04:04

    Halloechen Nicole,

    mit grossem Interresse habe ich deine tollen Zeilen ueber Toronto gelesen. Ich lebe seit einem Jahr hier in Toronto und habe jetzt Probleme mit meinen Zaehnen, ich war auch schon bei einem Zahnarzt bin aber nicht so zufrieden. Ich wuere mich unheimlich freuen wenn Du mir die Adresse von dem deutschen Zahnarzt schreiben koenntest. Ich bedanke mich schon mal im voraus und ich hoffe ihr habt Euch Alle wieder gut in Deutschland eingelebt. Euch Allen noch eine schoene gemuetliche Weihnachtszeit und alles Liebe und Gute im Neuen Jahr. Lieben Gruss von Doerte aus Toronto

    Antwort
    • 4. Nicole  |  16. Dezember 2008 um 18:33

      Tja Doerte, was soll ich sagen? Ich haette Dir gerne die Adresse meines Lieblingszahnarztes geschickt, aber leider: Return to sender! Wenn Dich Deine Zaehne immer noch plagen, kannst Du Dich ja wieder melden!

      Antwort
  • 5. Doerte Schulze  |  16. Dezember 2008 um 20:11

    Halli, hallo Nicole,

    habt ihr euch gut eingelebt in der neuen Heimat, hoffentlich. Es waere ganz toll wenn Du mir die Adresse von dem Zahnarzt schicken koenntest, meine Mailadresse war leider falsch/ist aber jetzt richtig. Ich sage schon mal vielen vielen Dank dafuer, meine Zaehne plagen mich leider immer noch. Ich wuensche euch Allen eine schoene tolle Weihnachtszeit und alles alles Gute im Neuen Jahr. Wenn ihr mal wieder Lust auf Toronto habt, dann schreibe doch einfach, vielleicht lernt man sich mal kernen, Platz haben wir auch genug. Bis bald und viele liebe Gruesse von Doerte

    Antwort

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