Der Trilogie fünfter Teil

18. März 2007 at 20:11 Hinterlasse einen Kommentar

Gleich vorweg: Wären wir in Hamburg geblieben, würde Fritzi nun nicht unsere Nächte verkürzen. Und wie der Blick auf die aktuelle Debatte um die Kinderbetreuung zeigt, wäre das die richtige Entscheidung gewesen, auch wenn mir viele glückliche Momente verwehrt geblieben wären. Deutschland ist einfach noch nicht reif für Kinder.

Denn, um es einmal deutlich zu sagen, es geht nur um eine Quote von 35% in der Betreuung der unter Dreijährigen. Damit bleiben immer noch 65% übrig, die von ihrer Mutter oder wem auch immer betreut werden müssen, können, dürfen. So schön die Pläne der Familienministerin auch sein mögen, sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein – aber immerhin mal einer. Denn nach wie vor ist es doch so, dass Kinderkriegen für Frauen das berufliche Aus bedeutet – nach der Rückkehr aus der Elternzeit sind die vormals rosigen Karriereaussichten deutlich schwarz eingefärbt, was mit massiven finanziellen Einschnitten verbunden ist, die sich kaum einer leisten kann (schon gar nicht, wenn eine Menge Geld ins vorangegangene Studium geflossen ist). Und wenn nicht aus Ehrgeiz (ich weiß, als Eigenschaft einer Frau schon igitt an sich), so ist zumindest aus finanziellen Gesichtspunkten die Doppelverdienerlebensgemeinschaft in der Regel unumgänglich. Wohin also mit dem süßen Fratz?

Ich bin froh, dass ich im Moment meine Zeit mit Fritzi verbringen kann und Gerold wäre liebend gern mehr zu Hause (ich glaube auch, dass eine stärkere Präsenz der Väter in dieser frühen Phase so manches Verbrechen an Kindern verhindern würde – zwei Schultern können die riesige Umstellung nämlich besser bewältigen als eine). Ich freue mich aber genauso darauf, wenn sie dann zum Daycare geht, andere kleine Kinder kennenlernt und eine neue Welt entdeckt. Denn so schön ihre Welt hier daheim auch sein mag, es gibt noch viel mehr zu erleben. Und das wichtigste: Wir gehen ihr ja nicht verloren, sondern die anderen kommen hinzu.

Diejenigen, die in diesen Tagen von entfremdeten und staatlich gleichgeschalteten Kindern, Gebärmaschinen, Verlust der Wahlfreiheit der Eltern und dem damit verbundenen Untergang des Abendlandes faseln, sind doch nur traurige Kontrollfreaks, die es den Kindern nicht gönnen, sich zu eigenen Persönlichkeiten zu entwickeln (und natürlich Angst vor den Frauen als Konkurrenten um Arbeitsplätze haben – aber das Thema Emanzipation in Deutschland steht auf der Rückseite eines anderen Blattes).

PS: Und zum Schluss noch etwas zum Lachen: Die Bildungsministerin hat als Familienbildungsanreiz für Studenten vorgeschlagen, Universitäten nach ihrer Elternfreundlichkeit zu bewerten. Das ist doch mal von wirklich praktischem Nutzen. Wie war das noch? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

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Mal wieder Kurzmeldungen Fronkreisch, Fronkreisch

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