Peabrains

9. März 2007 at 21:21 Hinterlasse einen Kommentar

So nennt unser Nachbar Bill, ein sehr netter und sehr rüstiger Rentner, alle diejenigen, die uns bei Ämtern und Behörden das Leben schwer machen – Recht hat er! Aber ich leider nicht meine Ruhe.

Schon während der Renovierung unseres kleinen gelben Hauses (damals war es noch durchfallfarben) haben wir eine kaum zu ertragende Sehnsucht nach einem deutschen Bauamt mit geregelten Zuständigkeit und Vorschriften für alles und jeden entwickelt. Damals waren wir ja nun wirklich noch nicht lang im Land, aber hatten doch relativ schnell die Nase voll davon, von A nach B und von dort wieder zurück geschickt zu werden. Vor allem weil während so einer Bauphase Zeit Geld ist und wir trotz regelrechter Marathonläufe durch die Behördenflure nicht weiterkamen. (Die gleichen Erfahrungen machen wir übrigens auch gerade mit der Geburtsurkunde, dem Pass und der Social Insurance Number für Fritzi – links weiß nicht, was rechts macht und wenn rechts dann doch zuständig ist, müssen wir mindestens dreimal wiederkommen, weil immer etwas fehlt; was aber alles erforderlich ist, sagt uns freiwillig natürlich niemand.)

Das Problem ist nämlich, dass die Stadtväter dem wilden Bauen ein Ende bereiten wollten (was auch dringend nötig ist, wenn man sich das Straßenbild einmal anschaut), sich allerdings kaum jemand darum schert und wenn doch, dann sind das solche wie wir, die in einem entwickelten Land nicht mit Behördenwillkür rechnen, an denen aber alle Exempel statuiert werden, die immer schon mal fällig waren.
Erst dachten wir, das sitzen wir aus. Doch jetzt wollen wir unserem kleinen Tal den Rücken kehren und das Haus verkaufen (warum, wieso, weshalb ist Thema beim nächsten Mal). Und da waren sie plötzlich wieder da, unsere drei Probleme. Um es kurz zu machen: Wir bekommen keine Bauabnahme, weil wir angeblich gegen das sogenannte Zoning verstoßen (das soll für ein einheitliches Straßenbild sorgen, aber das hatten wir ja schon). Besonders bemerkenswert ist, dass es für unsere Gegend eine Ausnahmeregelung gibt und wir das Gesetz damit auf unserer Seite haben. Nur leider interessiert das die Damen und Herren der Stadt herzlich wenig. Diese Ausnahmeregelung hätten sie noch nie angewendet, wir müssten uns eine Ausnahmegenehmigung besorgen und wenn uns das nicht passt: „Go to court!“.

Da wünscht man sich doch, man hätte in irgendeiner Bananenrepublik renoviert. Da hätte man nämlich von Anfang an für wehrige Beamte, die sich ihre Gesetze gerne selbst basteln, ein paar Tausender beiseite gelegt und könnte jetzt in Ruhe sein Leben leben.
Wie war das noch? Wenn dumme Menschen Macht haben… Was dabei rauskommt, erlebt man nicht nur täglich bei der Einreise in die USA, sondern auch bei den Behörden der Stadt Toronto.

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Entry filed under: alles anders in Kanada, Nonstop Nonsens, Tool Time.

Es werden immer mehr Mal wieder Kurzmeldungen

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