Archive for Dezember, 2006

A bun in the oven

Dem geneigten Leser wird bereits aufgefallen sein, dass die Frequenz meiner Beiträge in den letzten Monaten doch arg zurück gegangen ist. Zum einen liegt das daran, dass selbst in meinem Leben nicht täglich etwas weltbewegendes passiert (und ich auch zugegebenermaßen immer fauler werde, selbst wenn ich etwas schreiben könnte). Zum anderen mache ich nur selten etwas ohne Grund und die abnehmende Beitragsfülle dient durchaus einem erzieherischen Zweck.

Am 13.12.2006 um 7:30 pm wurde unsere Tochter Fritzi im Mount Sinai Hospital in Toronto geboren und Blog schreiben ist für mich damit erstmal zur Nebensache geworden (ich bin schon froh, wenn ich es vor der Kaffee-und-Kuchen-Zeit – nicht, dass das ein fester Bestandteil unseres Tagesablaufs wäre – schaffe, meine Zähne zu putzen; allerdings könnte hier schon helfen, dass ich einfach zum vor-dem-Essen-Putzer werde).
Nun liege ich hier mit Fritzi auf dem Bauch auf dem Sofa und genieße ihre Nähe und wenn irgendwann mal wieder Zeit ist, dann könnt Ihr Euch auf ein paar Anekdoten zum Thema „Schwanger in Kanada“ freuen!

Euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest mit dem Engel Eurer Wahl und ein tolles Jahr 2007!

22. Dezember 2006 at 15:40 2 Kommentare

Lightshow

Gestern Abend haben wir uns aufgemacht, das zur Zeit wohl best beleuchteteste Haus Torontos anzuschauen. Es steht im Nordosten der Stadt, umgeben von Villen teils imposanten Ausmaßes, die im Moment allesamt auf ihre Außenbeleuchtung verzichten können und deren Bewohner dem Rummel vielleicht auch gerne entgehen würden. Aber das Ganze dient schließlich einem guten Zweck und so fügen sie sich wahrscheinlich leise murrend in ihr Schicksal.
Der Anblick, der sich uns bot, war in der Tat beeindruckend – mal abgesehen davon, dass wir wieder einmal fast die Einzigen waren, die sich das Spektakel auf ihren zwei Beinen stehend anschauten, während alle anderen in ihren Autos sitzen blieben; natürlich bei laufendem Motor. Eine Entschuldigung hatten sie auch gleich parat: Man wurde nämlich von mehreren Schildern dazu aufgefordert, den Radiokanal 104,9 einzuschalten und konnte dann erleben, dass sich die Lichter im Takt der Musik bewegten und veränderten. Schon sehr professionell. Da aber die wenigsten Autos schalldicht isoliert sind, konnten wir die Musik auch so gut hören.

Natürlich haben wir ein paar Fotos gemacht. Und natürlich klickte der Auslöser Dank der Verzögerung immer dann, wenn die Lichter gerade aus waren. Deshalb sei an dieser Stelle auf die Homepage der Lindsay-Brüder verwiesen, wo man sich auch die passende Musik anhören kann.

Auf dem Rückweg haben wir übrigens eine kurze Rast im „Axis“ eingelegt und unser guter erster Eindruck hat sich voll bestätigt. Es war Steak Night und Gerold bekam eine ordentliche Männer-Portion fleischiger Brocken. Auch ich hatte endlich Glück mit meinem Chicken Cesar Wrap und die Kellnerin, diesmal eine andere, war wieder überaus freundlich.

12. Dezember 2006 at 11:01 1 Kommentar

Mein Freund der Baum

Ist zwar noch nicht tot, aber wenn nicht doch noch ein kleines Wunder geschieht, wird er es in paar Tagen sein.
Der Baum des Anstoßes ist in diesem Falle eine stattliche Eiche, die einer Strassenverbreiterung weichen soll. Nun ist genau diese Eiche nicht irgendeine Eiche, sondern vermutlich diejenige, der das Städtchen Oakville, in dem viele von Gerolds deutschen Kollegen ihr schmuckes Eigenheim bewohnen (Deutsche und Eichen gehören einfach überall in der Welt zusammen), ihren Namen verdankt. Darüber hinaus ist der stolze Baum mehr als 250 Jahre alt und damit immerhin älter als es Kanada im nächsten Jahr wird (die Provinzen Ontario, Quebec, Nova Scotia und New Brunswick gründeten erst 1867 die Dominion of Canada).

Bringen die Stadtväter und -mütter dem Ur-Baum, wie man ihn wohl nennen darf, deshalb den ihm gebührenden Respekt entgegen? Natürlich nicht, denn – wie die Kassiererin in unserem deutschen Supermarkt so schön sagte – „Kanada hoppelt in allem eben immer ein bisschen hinterher“. Und eine schöne breite Strasse ist in diesem Land immer noch gleichbedeutend mit Fortschritt, auch wenn sie schon direkt nach ihrer Einweihung wahrscheinlich mehr Schlaglöcher aufweist als der kleine Weg zum Haus meiner Oma.

Ein paar Unbelehrbare gibt es aber dennoch und die protestieren nun gegen die Abholzung und sammeln Spenden, um damit die Umleitung der Strasse zu finanzieren. Und wer weiß, vielleicht gelingt es ihnen ja tatsächlich, dieses kleine Wunder zu vollbringen.

11. Dezember 2006 at 16:41 Hinterlasse einen Kommentar

Frostschutzmittel

Meteorologisch gesehen befinden wir uns ja noch im Herbst, aber seit ein paar Tagen zeigt uns Gevatter Frost, dass der Winter naht. Temperaturen von – 10 Grad am späten Nachmittag (mit Wind Chill gefühlte – 20) und aktuell – 3 Grad (Wind Chill – 9) lassen einen dann doch schon die Mütze und die Fäustlinge aus der Unterbettkommode kramen und Fritzens verlassen ihren Lieblingsplatz vor dem bullernden Kamin nur noch zur Nahrungsaufnahme.
Nur einen lässt das Naturschauspiel unbeeindruckt und das ist der Beglücker unser Nachbarstochter von gegenüber. Statt die Jeans um einen Pulli zu ergänzen, beschränkt er sich nunmehr auf’s wirklich wesentliche und hüpft lässig im Bademantel hinaus in die Kälte, um seinen Van warmlaufen zu lassen. Nun ist er nicht gerade ein Adonis, zumindest nicht nach meinem ästhetischen Empfinden, aber nichtsdestotrotz verspricht die Kleiderfrage in diesem Winter noch interessant zu werden.

9. Dezember 2006 at 16:19 1 Kommentar

Visionen von einer besseren Welt

Damit wir zur Weihnachtszeit nicht nur daran denken, die stockings der Familie und Freunde zu füllen, hat die Organisation World Vision rechtzeitig vor dem Fest der Liebe ihren „2006 Christmas Gift Guide“ verschickt.
Erst fand ich das Heftchen ein bisschen befremdend, findet man darin doch keinerlei Informationen über World Vision direkt oder deren Projekte. Stattdessen kann man Kühe (600 $), Schafe (150 $), Hühner (50 $) oder Ziegen (100 $), aber auch medizinische Ausstattung (100 $), Schulbücher (50 $), Bäume (60 $) oder Brunnen (15.000 $) bestellen.
Mittlerweile finde ich die Idee sehr gut, gibt es einem doch die Möglichkeit, nicht einfach nur Geld zu spenden (von dem man ja nie weiß, wo es versickert), sondern wirklich etwas, das man auch ‚anfassen‘ kann. Nur mit dem Gedanken, Kaninchen (35 $) – „provide a highly nutritious diet rich in protein“ – zu spenden, kann ich mich nun wirklich nicht anfreunden.

PS: Die Stiefel kanadischer Kinder sind selbst heute dreckverkrustet, denn weder der Nikolaus noch Knecht Ruprecht verkürzen dem nordamerikanischen Nachwuchs die Wartezeit auf’s Christkind, das es übrigens auch nicht gibt (wie ist es nur möglich, dass ein ganzes Land in seltener Eintracht seinen Sprösslingen solch derbe Lügen erzählt?).

6. Dezember 2006 at 14:14 Hinterlasse einen Kommentar

Canada goes green

Am Wochenende fand in Montreal die Liberal Leadership Convention statt, um einen neuen Partei-Vorsitzenden zu wählen, der die Liberalen zurück an die Macht führt.
Als Paul Martin Anfang des Jahres die Wahl gegen Stephen Harper verloren hatte, trat er auch als Vorsitzender der Liberalen zurück. Seitdem führte Bill Graham die Partei – was von Anfang an nur als Zwischenlösung geplant war. Damit sollte an diesem Wochenende Schluss sein.

Freitagabend hielten alle Kandidaten (acht an der Zahl, darunter eine Frau) ihre Abschlussreden vor den Delegierten. Jeder hatte eine halbe Stunde Zeit und jeder ließ sich entweder durch ein Video (allesamt eher schlecht als recht gemacht) oder einen Vorredner (was eindeutig mehr Stimmung brachte) ankündigen.
Natürlich rechnete jeder der Kandidaten mit den Konservativen ab; das war nicht anders zu erwarten gewesen. Eine Überraschung war für mich, wieviel Zeit nahezu alle Redner auf das Thema Umweltschutz verwendeten. Man kam sich fast vor wie auf einem Parteitag der Grünen (nur dass die hier nichts zu melden haben und sich daran wohl auch wenig ändern wird, wenn die Liberalen nun die Welle abreiten). Die Rede von Michael Ignatjeff, dem Favoriten, fand ich zwar wenig überzeugend, aber nach den ersten beiden Wahldurchgängen lag er eindeutig in Führung. Gewählt wird solange, bis einer der Kandidaten mehr als 50% der Stimmen erhält. Dabei scheidet jeweils der am schlechtesten platzierte Kandidat aus, andere können auch freiwillig zurücktreten. Den dritten und dann den entscheidenden vierten Durchgang gewann der anfangs nur viertplatzierte Stephane Dion, gebürtiger Quebecois mit hörbaren Schwächen in der englischen Sprache.

Eine erste Umfrage bestätigt, dass Dion eine gute Wahl war. Aktuell würden 37% der Kanadier die Liberalen wählen (+ satte 5%) und nur noch 31% die Konservativen. Ob sie diesen Vorsprung werden halten können, ist laut Analysten allerdings fraglich.

5. Dezember 2006 at 11:11 Hinterlasse einen Kommentar

Dein Freund und Helfer

Sehr frei nach dem Motto „To serve and protect“ sind mir am Wochenende dieser und jener Artikel aufgefallen. Nach der Lektüre fühlte ich mich schon gleich viel sicherer.
Jetzt würde mich nur noch interessieren, ob die Häufigkeit der Nutzung von Tasern (oder zumindest die Bereitschaft dazu) auch proportional zum Leibesumfang ansteigt.

4. Dezember 2006 at 16:47 Hinterlasse einen Kommentar

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