Aufgewärmt schmeckt’s nicht immer besser

30. November 2006 at 10:42 Hinterlasse einen Kommentar

Anfang der Woche hat das Parlament beschlossen, dass die Quebecois zukünftig „as a nation within an unified Canada“ anerkannt werden. Seitdem debattiert das Land darüber, was eine Nation eigentlich ist und ob Kanada nun keine mehr sei, wenn Quebec doch schon eine wäre. Unklar ist ebenfalls, ob nur die französischsprechenden Quebecois eine Nation darstellen oder ob sich die englischsprachigen Quebecer auch als solche bezeichnen dürfen. Denn in der Provinz Quebec nimmt man es, anders als in allen anderen Provinzen, mit dem Bilingualismus nicht so genau und wer des Französischen nicht mächtig ist, steht im Alltag ziemlich dumm da.
Es ist nun nur noch eine Frage der Zeit, bis die seit ewigen Zeiten aktive Separatistenbewegung einen erneuten Vorstoß wagen wird. Und je länger dieser Streit schwelt, desto mehr gemäßigte Kanadier sind die Diskussion leid und würden die Provinz, die nur Schwierigkeiten macht und Geld kostet, lieber heute als morgen loswerden. Bisher brachten entsprechende Abstimmungen in Quebec mehr oder weniger eindeutige Ergebnisse gegen eine Abspaltung. Vielleicht sollten einmal die Kanadier der anderen Provinzen darüber abstimmen.
Der Antrag, Quebecois als Nation anzuerkennen, wurde interessanterweise von unserem PM persönlich eingebracht (man munkelt, um einem gleichlautenden Antrag des Bloc Quebecois zuvor zu kommen) und mit einer überwältigenden Mehrheit von 266 zu 16 Stimmen von nahezu allen Abgeordneten angenommen. Mit den Vorsitzenden der anderen Parteien hatte sich Stephen Harper auch im Vorfeld abgestimmt – leider aber nicht mit dem zuständigen Intergovernmental Affairs Minister aus seinem Kabinett, der den ausgerufenen Abstimmungszwang der Minister dann auch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte und zurücktrat. Ein bisschen Schwund ist immer und wird vom PM gern in Kauf genommen, wenn er nur seinen Willen bekommt.

Als nächstes steht die same sex marriage, legalisiert im Sommer letzten Jahres, auf seiner Agenda und eine ‚Reform‘ des Abtreibungsrechts wird dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Langsam wird es Zeit, dieses Land wieder zu verlassen, bevor es sich als 51. Bundesstaat freiwillig den USA anschließt.

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