And the winner is

17. November 2006 at 09:08 Hinterlasse einen Kommentar

Wie erwartet ist David Miller als Bürgermeister wiedergewählt worden. Leider sogar ziemlich eindeutig, was er natürlich als Bestätigung versteht, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Allerdings kann man diese Eindeutigkeit bei einer Wahlbeteiligung von 41% auch durchaus anzweifeln. 1,42 Millionen Torontonians waren wahlberechtigt, weniger als 600.000 haben tatsächlich gewählt (David Miller erhielt 332.765 Stimmen, seine einzige Ernst zu nehmende Gegenkandidatin Jane Pitfield kam auf 188.700).

Natürlich gibt es mehr oder weniger sinnvolle Diskussionen über die Ursachen der niedrigen Wahlbeteiligung. Soll man die Wahl per Internet einführen oder Wählen als Pflicht gesetzlich verankern – an Ideen mangelt es nicht. Am Sonntag vor der Wahl stand ein Artikel im Toronto Star, in dem die These aufgestellt wurde, dass die Wahllisten das eigentliche Problem seien.
Da es kein Einwohnermeldeamt gibt, werden die Daten von Führerscheinstellen, Vermietern, Strom- und Gasunternehmen usw. gemeldet. Die sind nicht immer aktuell und die letzte von-Tür-zu-Tür-Befragung ist schon viele Jahre her (und die Torontonians sind sehr mobil). So kommt es, dass manche mehrfach in den Listen auftauchen, andere gar nicht und wieder andere längst nicht mehr (hier) leben. Der Artikel ließ die Dimension dieser Ungenauigkeiten in den Wahllisten offen und ich vermute hinter der geringen Wahlbeteiligung eher den Ausdruck der allseits beliebten „Mind your own business“-Mentalität.
Die Leute interessieren sich einfach nicht für das, was um sie herum geschieht; ihr Interesse gilt ausschließlich ihrer persönlichen Situation. Sie wollen nicht, dass sich jemand bei ihnen einmischt und deshalb mischen sie sich auch nicht ein. Das gilt für angestammte Torontonians genauso wie für die vielen Immigranten, die hierher kommen und alles andere im Sinn haben, als sich politisch zu engagieren. Denn wenn man nach Mississauga schaut, das ein enormes Bevölkerungswachstum besonders durch Einwanderer erfährt, bekommt man angesichts der offenkundigen Gleichgültigkeit direkt eine Gänsehaut. In den letzten beiden Wahlen lag die Wahlbeteiligung bei sage und schreibe 26%. Diesmal waren es sogar nur noch 25%. Ein desaströser Wert für die immerhin sechstgrösste Stadt Kanadas.

Hazel McCallion, die Frau, die seit fast 30 Jahren für den Aufbau der Retortenstadt Mississauga verantwortlich ist und damit eine der hässlichsten und menschenunfreundlichsten Städte der Welt geschaffen hat, wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von 91,4% (gut 98.000 Stimme von rund 110.000) aller abgegebenen Stimmen zum elften Mal wiedergewählt. Mittlerweile ist sie 85 und man kann nur hoffen, dass sie ein Einsehen hat, sich vor dem Ende ihrer Amtszeit aus der Politik zurückzieht und nicht noch mehr Schaden anrichtet.

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Entry filed under: alles anders in Kanada, Nonstop Nonsens.

Schnitzeljagd Aufgemöbelt

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