Walk this way

9. November 2006 at 09:28 Hinterlasse einen Kommentar

Dass die Kanadier kein Auto fahren können, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt (auch wenn das nicht bedeutet, dass wir uns jemals daran gewöhnen würden). Wenden in 10 Zügen, das Blockieren einer oder besser zweier Fahrbahnen, weil man irgendwo rein-, raus- oder rüberfahren will und die vollständige Über – oder Unterschätzung der Abmessungen des eigenen Vehikels können einen schon manchmal an den Rand des Wahnsinns treiben. Da wünscht man sich sogar teilweise zurück nach Osnabrück (dem Kanada Deutschlands), auch wenn das bedeutet, zwischen gemeingefährlichen Steinfurtern im Stau zu stehen.

Erschwerend kommt nun noch die Erkenntnis hinzu, dass es bei den Kanadiern auch mit ihrer Qualifikation als Fußgänger nicht weit her ist. Man stelle sich folgende Situation vor: Zwei Menschen kommen auf einem Bürgersteig einem oder zwei anderen Menschen entgegen. Was passiert dann? Im Normalfall reiht man sich hintereinander auf und geht rechts an den Entgegenkommenden vorbei. Doch warum einfach, wenn’s auch anders geht. Denn kommen zwei Kanadier in dieser Situation ins Spiel, passiert wahlweise folgendes: 1. In der Konstellation, in der sie bisher gelaufen sind, bleiben sie einfach stehen, blockieren dabei den gesamten Bürgersteig und gucken einen entsetzt an. 2. Sie ignorieren, dass ihnen jemand entgegenkommt und man rettet sich entweder durch einen Sprung in die Hecke oder geht auf Tuchfühlung (wobei es dann von Vorteil ist, die schwere Einkaufstasche auf der dem Körperkontakt ausgesetzten Seite zu tragen). 3. Sie schaffen es tatsächlich, einen Gänsemarsch zu formieren, wollen dann aber links aneinander vorbeigehen (sind wir hier in England oder was?).
Nun könnte man meinen, Kanadier auf Fahrrädern wären die Lösung. Doch auch davon möchte ich dringend abraten. Sie fahren wo sie wollen, in welche Richtung sie wollen, zumeist ohne den unnötigen Ballast eines Lichtes und mit Vorliebe schwarz gekleidet. Als Fußgänger schafft man es manchmal, ihnen auszuweichen, weil sie sich durch ihr Klappern ankündigen. Als Autofahrer muss man seinem Glück vertrauen.

Vor diesem Hintergrund erhält auch die Problematik des nur rudimentär ausgebauten öffentlichen Nahverkehrsnetzes eine neue Brisanz: Wie wollen sie es nur je schaffen, die Kanadier von der Strasse weg zu bekommen?

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Entry filed under: alles anders in Kanada, tagtäglich.

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