Vote or die

6. November 2006 at 12:22 Hinterlasse einen Kommentar

Am 13. November wird ein neues Stadtparlament für Toronto gewählt – nicht nur die Councillor, sondern auch der Bürgermeisterposten stehen zur Wahl. Für deutsche Verhältnisse ist es ungewöhnlich, nicht an einem Sonntag zu wählen, schaut man sich aber mal im Ausland um, sind die Kanadier nicht die einzigen, die den Sonntag meiden.
Torontonians können aber nicht nur am 13.11. wählen, sondern durften auch vom 23. bis zum 27.10. und vom 30.10. bis zum 01.11. und dann noch mal am 04. und 05.11. abstimmen! Ob man das als Service am Mitbürger oder reine Verzweiflung über die Wahlmüdigkeit verstehen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Auch die Tatsache, dass die Wahlunterlagen in den Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, Chinesisch, Griechisch, Italienisch, Koreanisch, Farsi, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Punjabi, Tamil, Ukrainisch, Tagalog, Urdu und Vietnamesisch angeboten werden (und wem das nicht reicht, der kann auch einen Übersetzer anfordern), verwundert mich ein wenig. Ich dachte, dass die Beherrschung der englischen oder französischen Sprache eine Voraussetzung für die Erlangung der kanadischen Staatsbürgerschaft sei.
Doch auch die Werbung im Vorfeld der Wahl ist ganz anders, als ich es aus Deutschland kannte. Hier gehen die Kandidaten nämlich in ihrem Wahlbezirk von Haus zu Haus, verteilen Prospekte (oder Säcke für Gartenabfälle wie bei uns), halten ein Schwätzchen, werben um Spenden und fragen, ob sie ihr Plakat im Garten aufstellen dürfen. So kam es, dass Gerold am vorletzten Wochenende unserem Councillor Bill Saundercook die Hand schütteln durfte, den Abfallsack in Empfang nahm, ihn direkt auf das Thema Verkehrsberuhigung in unserer Strasse ansprach (ich will endlich ein paar Bumper haben, damit es den Leuten, die meinen, in unser kleines Tal reinrasen zu müssen, die Achsen weghaut) und ihm erlaubte, ein kleines Schild mit seinem Namen in unsere Einfahrt zu stellen. Wir dürfen zwar immer noch nicht wählen und wenn unser Auto in der Einfahrt steht, sieht man das Schild auch nicht mehr, aber meinetwegen können auch die anderen Kandidaten ihre Schilder bei uns aufstellen. Solange wir damit den furchtbaren Wahlplakaten entgehen, die in Deutschland vor jeder Wahl nerven, stelle ich unseren Vorgarten gern zur Verfügung.

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Entry filed under: alles anders in Kanada, Nonstop Nonsens.

Aller Anfang ist schwer Walk this way

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