Auf der Flucht

26. Oktober 2006 at 08:40 Hinterlasse einen Kommentar

Am letzten Donnerstag hatten wir schon das Gefühl, mitten in die Dreharbeiten zu einem Politthriller hineingeraten zu sein. Um kurz nach 21:00 waren wir auf dem Weg aus Downtown raus zurück nach Hause, als kurz vor der Union Station zwei Polizisten die Kreuzung sperrten. Da das Royal York Hotel gleich nebenan ist, freuten wir uns schon auf eine Promi-Sichtung, den wir in seiner Limousine aber wahrscheinlich doch nicht erkannt hätten. Die Freude währte nicht lange, denn die Polizisten sperrten nur den Querverkehr und winkten uns zur Weiterfahrt durch. Wir dachten uns nichts weiter, fuhren auf die Stadtautobahn und wunderten uns dann, dass außer uns so gut wie kein Auto zu sehen war. Das allein ist schon ein Grund, sich in einer anderen Dimension zu wähnen, denn der Gardiner Expressway ist zu so ziemlich jeder Tages- und Nachtzeit hoffnungslos verstopft.
Dann kamen wir an der nächsten Auffahrt vorbei und sahen wieder einen Polizisten, der die Auffahrt sperrte. Folgerichtig schlossen wir daraus, dass der Promi hinter uns sein müsste und Gerold verlangsamte erstmal die Fahrt, damit wir ihn vielleicht doch noch sehen könnten. Immer wieder rasten Polizisten auf ihren Motorrädern an uns vorbei (alle Polizei-Harleys aus ganz Kanada schienen im Einsatz zu sein) und einer von ihnen forderte uns dann auch unmissverständlich auf, mal einen Zahn zuzulegen. Mit 60 km/h über die Autobahn zu zuckeln, war vielleicht auch etwas übertrieben. Irgendwann sahen wir dann ganz weit hinter uns eine Kolonne mit Blinklichtern, aber da waren wir auch schon kurz vor unserer Ausfahrt. Die wir im Übrigen sowieso hätten nehmen müssen, da sich dort schon ein weiterer Polizist aufgebaut hatte und uns rauswinkte. Wir waren gerade abgefahren, da raste die Kolonne auch schon vorbei.

Wer jetzt tatsächlich so wichtig war, dass für ihn die gesamte Autobahn gesperrt wurde, wissen wir bis heute nicht. Vielleicht war es sogar unser Premierminister, der Mittwoch und Donnerstag in Toronto war, auf dem Weg zum Flughafen. Dafür würde auch sprechen, dass wirklich alle Fahrzeuge die Autobahn verlassen mussten und nicht einmal ein Überholmanöver riskiert wurde. Wir waren jedenfalls froh, vor ihm durchgekommen zu sein, denn in dem Verkehrschaos nach Aufhebung der Sperre möchte ich nicht gesteckt haben wollen.

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Entry filed under: alles anders in Kanada, Nonstop Nonsens.

Exil Kanada Stephen says

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