Und Action!

11. September 2006 at 14:13 Hinterlasse einen Kommentar

Gestern hatten wir unseren ersten Auftritt auf dem Toronto Film Festival. Aber keine Angst, wir wurden nicht entdeckt, nicht einmal gefilmt, und haben auch keinen Prominenten gesehen (oder vielleicht auch einfach nicht erkannt).

Als erstes schauten wir uns die Dokumentation „Summercamp!“ um 10:30 an. Summercamps sind eine nordamerikanische Institution und fast jedes Kind hat wenigstens einmal einen Teil der Sommerferien darin verbracht. Nicht immer ist eine Reise damit verbunden, es gibt auch die sogenannten Daycamps, die das Kind nur tagsüber besucht.
Wider Erwarten war der Film großartig – witzig, einfühlsam, kurzweilig, sehr bewegend und ich habe tatsächlich etwas über Kinder gelernt. Bisher habe ich Kinder selten ernst genommen oder als Persönlichkeit gesehen. Meine Güte, sie ‚lesen‘ Bücher, die zum grössten Teil aus Bildern bestehen und finden sowas wie SpongeBob toll, viel kann also noch nicht dahinter stecken. Weit gefehlt. Ich war sehr beeindruckt, wie sie die Geschehnisse in ihrer Umwelt wahrnehmen und verarbeiten und wie sie darüber sprechen. Und obwohl ich jeden Tatort, in dem ein Kind eine bedeutende Rolle spielt, direkt ausschalte (und das will was heißen), fand ich keins der Kinder nervig, sondern war neugierig auf die Geschichten, die sie zu erzählen hatten.
5 von 5 Punkten für diesen Film.

Danach hatten wir bis 5:30 Pause und nutzten die Zeit, um lecker Mittag zu essen (Carens, 158 Cumberland Street) und Leute zu begucken. Erst liefen wir ein bisschen durch die Strassen von Yorkville und stellten uns dann in die Schlange um einen Tisch im Sassafraz. Da wir zu viert waren und unbedingt draußen sitzen wollten, dauerte es ein bisschen, aber um uns herum gab es genug Abwechslung. Anscheinend war ganz Toronto unterwegs und führte seine Autos und Hunde aus, was von denen ohne Auto und Hund gebührend bewundert und fotografiert wurde. Rote Ferraris waren eindeutig Mainstream – als einmal zwei davon an der Kreuzung parkten und dann auch noch im Minutentakt drei andere vorbei fuhren, wurde es doch langweilig. Zum Glück war da die Frau, die einen in gelb hatte.

Der zweite Film – „The Prisoner or: How I planned to kill Tony Blair“ – war so schlecht wie der erste gut war. Ebenfalls eine Dokumentation, diesmal über einen iranischen Journalisten, der, zusammen mit seinen Brüdern, irrtümlich von amerikanischen Soldaten festgenommen worden war. Ich hatte die ganze Zeit über den Eindruck, dass sich weder der Betroffene noch die beiden Filmemacher wirklich für das, was passiert war, interessierten und fand den Film einfach nichtssagend und bedeutungslos.
Maximal 1 Punkt von 5 Punkten (aber ich hatte nicht einmal mehr Lust, meinen Stimmzettel abzugeben).

Fazit: Vielleicht schaue ich mir im nächsten Jahr doch noch einmal ein paar Filme an (die ich vorher nicht online buche, was übrigens auch noch 4,50 $ Gebühr kostet). Jetzt weiß ich ja, dass die Organisation sehr zu wünschen übrig lässt, aber man kann doch Filme sehen, die sonst nicht in den Kinos laufen, hat die Möglichkeit, den Machern und Mitwirkenden Fragen zu stellen und kann zwischendurch den Eitlen dieser Welt beim Flanieren zuschauen.

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Entry filed under: Kurzweil, on the road again.

Neben dem roten Teppich My home is my highway

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