Weltmeister der Herzen

5. Juli 2006 at 09:31 2 Kommentare

Diesen Titel hatte ich eigentlich Ghana verliehen, aber zu dem Zeitpunkt war für mich auch sonnenklar, dass Deutschland ‚richtiger‘ Weltmeister werden würde. Sind sie nun leider nicht, also muss Ghana wieder zurücktreten und seinen Titel Deutschland überlassen. Des einen Freud ist nunmal des anderen Leid.

Immerhin hat es die deutsche Fußballmannschaft geschafft, aus den meisten Bewohnern des Lands der Nörgler und Neider die reinsten Partylöwen zu machen und das allein ist schon einen Pokal wert (vielleicht bleiben sogar ein paar von ihnen auf der Strasse und schaffen den Protest gegen die Grosse Kompromission, das wäre mal was). Und auch die ausländischen Medien werden nicht müde, Deutschland in höchsten Tönen zu loben, selbst in Großbritannien. Wer hätte das je gedacht?
Doch was nützt die beste Außenwirkung, wenn man raus ist? Da heißt es jetzt erstmal Wunden lecken und Pasta, Pizza und Risotto eine angemessene Zeit lang vom täglichen Speiseplan zu verbannen. Spätzle, Rouladen und Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken auch prima. Wenn Italien dann das Finale verliert (wobei vielleicht noch aufgedeckt wird, dass die Mafiosi den Schiedsrichter bestochen haben, darin sind sie ja Meister, und wir fahren doch noch nach Berlin), kann man ja wieder zu den alten Tischsitten zurückkehren.
Folgerichtig haben wir den gestrigen Frust bei unserem ‚Stamm‘-Griechen weggeschlemmt und die hupenden Italo-Fans mehr oder weniger erfolgreich ignoriert.

Was koche ich bloß heute?

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Entry filed under: Kurzweil, tagtäglich.

Fleischeslust Darüber macht man keine Witze

2 Kommentare Add your own

  • […] Trösten wir uns: "Damit sind wir im Halbfinale rausgeflogen, aber immerhin werden wir noch dritter *g*" Hoffentlich. Obwohl es, egal ob gegen Frankreich oder Portugal, ganz schwer wird. Klinsmann muss übrigens Bundestrainer bleiben! Da sind sich alle Fans einig. Auf sein Team können wir Deutschen stolz sein (auch wenn gestern nicht das beste Spiel "von Welt" war). Mit Stolz erfüllen kann uns auch unser v. a. von internationalen Medien vielbeachteter Kampf gegen Rassismus und unsere Gastfreundschaft! Also argwöhnen wir mal nicht, die Mafia habe den Schiri bestochen oder Blatter den armen Frings (fehlte aber an allen Ecken und Enden) sperren lassen, um Italien einen Vorteil zu verschaffen. […]

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  • 2. Anika Lindtner  |  6. Juli 2006 um 09:17

    ach ja, ein wenig geheult(und wenns auch nur im Inneren war) hat wohl jede/r Deutsche an diesem 4.Juli (an dem wir vor einigen Jahren übrigens das erste mal gewonnen haben, aber diese lustigen Statistiken kennt sicherlich jetzt jeder schon…).
    Bei mir rührten die inneren Tränen vor allem daher, dass man/frau sich jetzt schon sehr an die Spieler gewöhnt hat und irgendwie das Gefühl einer kollektiv geguckten Fernseh-Serie aufgekommen ist. Langsam hat man/frau so verstanden, worauf es im Spiel ankommt, was ein Fallrückzieher ist, wie man/frau „pressen“ kann, auch ohne Wehen und die Spieler kannten wir jetzt auch mit Namen und wussten, wer welche Stärken (rote Schuhe – wie hübsch^^) und Schwächen hatte.
    Und dass mir das jetzt verwehrt bleibt, diese unsere Seriendarsteller weiter im Fernsehen anzuschauen, ist schon recht traurig…wo doch der Jens so ein Niedlicher und der Jürgen so ein Sympathischer ist =)

    Antwort

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