Ein ungleicher Kampf

24. Mai 2006 at 09:34 Hinterlasse einen Kommentar

Seit Ende Februar kommt das Städtchen Caledonia im Süden Ontarios nicht mehr zur Ruhe. Stein des Anstoßes ist ein Stück Land, auf dem Häuser gebaut werden sollen und das die Six Nations als ihr Eigentum betrachten. Nachdem in der Zwischenzeit sowohl Natives als auch Hausbesitzer wechselseitig Barrikaden aufgebaut und sich heftige Auseinandersetzungen untereinander und mit der Polizei geliefert haben, wurde mittlerweile ein Baustopp verhängt und damit vielleicht die Voraussetzung für eine friedliche Lösung des Konfliktes geschaffen.
Die Eigentumsverhältnisse des Landstückes sind umstritten. 1784 haben die Six Nations ein Gebiet von 385.000 Hektar von der britischen Krone erhalten, und zwar für ihre Loyalität während der Amerikanischen Revolution. Henco Industries, die auf dem fraglichen Grundstück eine Neubausiedlung errichten wollen, und zum Erwerb des Grund und Bodens die Firma gekauft haben, die zu dem Zeitpunkt Eigentümer des Landes war, behaupten, dass die britische Krone nur ein Siedlungsrecht an die Six Nations weitergegeben habe. Wie dem auch sei, es kam schon früh nach der Übergabe zu Einschränkungen seitens der britischen Krone und dieses Vorgehen zieht sich bis zum heutigen Tage durch. Erst wurden aus dem 385.000 Hektar 111.000 Hektar, dann wurde Land für den Bau einer Strasse gebraucht, aus den 111.000 Hektar wurde ein Reservat von 8.000 Hektar (das später wieder auf 19.000 Hektar erweitert wurde). Die heute umstrittenen 40 Hektar wurden übrigens am 15. Mai 1848 für 57 Pfund und 10 Shilling von der britischen Krone an George Marlot Ryckman verkauft.
Man mag zu der aktuellen Auseinandersetzung stehen wie man will, die Geschehnisse rund um dieses Grundstück sind doch leider nur allzu symptomatisch für den Umgang mit den Indianern – und dabei ist es ihnen in Kanada noch ein bisschen besser ergangen als in den USA, zumindest was ihre Landrechte betrifft.
Die sogenannte Royal Proclamation behielt auch im neu gegründeten Kanada (1867) ihre Gültigkeit. Damit wurden 1763 alle indianischen Rechtsansprüche auf nicht kolonialisierte Gebiete von der britischen Krone anerkannt. Fragen des Landbesitzes durften nur zwischen der britischen Krone und den Indianern geregelt werden. Indianisches Land kann danach nur dann Dritten überlassen werden, wenn es vorher an die Krone (bzw. heute die kanadische Regierung) abgetreten oder verkauft wurde. Fakt ist aber, dass Provinzregierungen täglich Nutzungsrechte gerade an Großkonzerne vergeben, ohne dass das Land von den Indianern jemals abgetreten wurde.
Mittlerweile wehren sich die Indianer gegen dieses Vorgehen, zumeist mit wenig Erfolg.

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Keine bleibende Erinnerung Emergency Room

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