Heiße Luft

26. April 2006 at 09:38 Hinterlasse einen Kommentar

Nun ist die Heizperiode ja eigentlich vorbei, aber heute morgen war ich schon um fünf Uhr wach und während ich so im Bett lag und den zwitschernden Vögeln lauschte, dachte ich mal wieder, wie nervig unsere Heizung doch ist.

Die anheimelnden und leise vor sich hin bullernden Heizkörper, so wie ich sie bisher gewohnt war, gibt es hier im Grunde nicht. Manchmal findet man sie noch in, für kanadische Verhältnisse, alten Häusern und dann wird doch tatsächlich angezweifelt, ob man damit überhaupt heizen könne (so gesehen in einer Hauskaufsendung auf HGTV).
Unsere Heizung, und die von fast allen anderen auch, hat also statt der Heizkörper Öffnungen im Boden, je nach Zimmergrösse eine bis drei davon, ungefähr 10 x 25 cm gross, aus denen Luft rausgepustet wird und pro Etage eine doppelt so grosse Öffnung, durch die die Luft eingesogen wird. Auf den Öffnungen liegen natürlich Gitter, damit Fritzens nicht in die Heizungsschächte fallen, die unter dem Fußboden verlaufen.
Wenn die Heizung läuft, saugt sie die Luft aus den Räumen an, erwärmt sie im Keller in der eigentlichen Heizungsanlage und pustet sie dann wieder aus. Forced Air nennt sich das Ganze. Geräuschlos geht das natürlich nicht vor sich und die im Winter sowieso staubtrockene Luft wird dadurch noch ein bisschen mehr entfeuchtet (an dieser Stelle kommt dann der Humidifier zum Einsatz).
Die Temperatur in den einzelnen Räumen kann man nicht regeln, es gibt einen zentralen Thermostat und das war es. Zwar haben die Gitter eine Klappe und theoretisch stoppt man damit den Ausstoß der warmen Luft, aber in der Praxis merkt man kaum einen Unterschied zwischen geöffneter und geschlossener Klappe. Im Schlafzimmer haben wir deshalb auf einer Öffnung einen Schrank stehen und auf der anderen eine voluminöse Tasche, in der ich meine Taschen aufbewahre.
Deshalb sind wir heilfroh, dass wir unseren Gaskamin haben einbauen lassen. Der war in diesem Winter unsere eigentliche Heizung und auch wenn wir am Anfang sehr enttäuscht waren, dass es kein Holzofen geworden ist, wissen wir seine Vorteile mittlerweile sehr zu schätzen. Gleichmäßige (und geräuschlose) Wärme auf Knopfdruck, kein Dreck, kein Gestank, kein Holz hacken – herrlich. Allerdings ist es mittlerweile zu warm, um ihn die ganze Nacht laufen zu lassen und so springt die Heizung eben in den frühen Morgenstunden an.

Gekühlt wird unser Haus übrigens genauso wie es geheizt werden sollte, denn über das Thermostat regeln wir auch die Klimaanlage. Die Luft nimmt den gleichen Weg und wird im Keller dann durch die Air Condition geführt. Das lärmt nicht weniger und spätestens wenn man rausgeht, muss man mit dem Wetter klarkommen (und ich habe einmal gesehen, mit welcher Geschwindigkeit sich der Stromzähler dreht), also ziehen wir lieber die Vorhänge zu und lüften nachts gut durch. Richtige Kanadier werden wir wohl nie.

forcedairheating_intro.gif

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Entry filed under: alles anders in Kanada, tagtäglich, Tool Time.

Reisende soll man aufhalten Glückliches Schneiderlein

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