Reisende soll man aufhalten

25. April 2006 at 10:40 Hinterlasse einen Kommentar

Als stolze Gartenbesitzerin habe ich mit den steigenden Temperaturen auch den Kampf gegen den Löwenzahn wieder aufgenommen. Immer wenn man denkt, dass man es gerade geschafft hat, blitzt in irgendeiner Ecke eine gelbe Blüte auf. Manchmal kann ich schon verstehen, dass der willige Gärtner zu nicht ganz so freundlichen Hilfsmitteln greift, um endlich seine Ruhe zu haben. Nun kann ich das hiesige Angebot an Gartengiften nicht mit dem in Deutschland vergleichen, da ich auf meinem Balkon ganz gut ohne klargekommen bin, auf jeden Fall gäbe es für alle meine Probleme auch ein Mittel. Doch schon als Kind habe ich gerne die erste Stunde versäumt, weil ich eine Ameisenstraße um eine vermeintliche Gefahrenquelle herum umleiten musste und Gerold kann ein Lied von den Debatten singen, die er führen muss, wenn er mal einen Baum beschneiden will. Also mache ich einen weiten Bogen um das Giftregal im Gartencenter und lieber den Rücken krumm. Allerdings werde ich wohl auch kein Insektenhotel bauen, was ich eigentlich schon immer einmal machen wollte. Oder wenigstens wird für Ohrenkneifer kein Zimmer dabei sein.
Gehegt und gepflegt in Deutschland, kann der European Earwig im kanadischen Garten zu einer echten Plage werden. Da er eingeschleppt wurde, hat er hier kaum Fressfeinde und frisst sich seinerseits munter durch Blumen und Gemüse. Nun bedroht der Ohrenkneifer weniger die kanadische Flora als den Stolz des Beetanlegers.
Der Asian Long-Horned Beetle ist da von ganz anderem Kaliber. Es wird angenommen, dass er in Holzkisten mit Importen aus China eingeschleppt wurde. Hier bedroht er vor allem die Ahornwälder. Er hat ebenfalls keine bzw. so gut wie keine Fressfeinde in Kanada und bisher ist auch keine chemische Keule bekannt, die ihm den Garaus machen könnte. Infizierte Bäume werden gefällt und das Holz wird zerstört – hoffentlich bevor erwachsene Käfer flüchten können. Es gibt in Toronto ein Sperrgebiet, aus dem kein Holz entfernt werden darf, um die Verbreitung des Käfers nicht noch weiter voran zu treiben. Im Falle des Emerald Ash Borer (der, wie der Name schon sagt, Eschen angreift) waren es nämlich Camper, die ihr Feuerholz aus heimischen Gefilden in andere Gegenden brachten und so für seine unkontrollierte Ausbreitung sorgten.

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Entry filed under: alles anders in Kanada.

Schwarzes Gold Heiße Luft

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