Auf dem Kriegspfad

17. April 2006 at 09:29 Hinterlasse einen Kommentar

Unser gestriges Programm hieß 'Indianer gucken'. Auf einer Halbinsel im Lake Scugog befindet sich nämlich ein Reservat der Mississaugas und wir wollten den Sonntagsausflug mit ein bisschen Bildung verbinden.
Den ersten Halt machten wir in Port Perry, einer kleinen Stadt am Lake Scugog, deren niedliche Innenstadt auch schon der Höhepunkt unser Fahrt über die Lande sein sollte. Das Stadtzentrum besteht eigentlich aus einer einzigen Strasse, die direkt auf den See zuführt. Kleine und grössere Geschäfte säumen diese Strasse und die Stadtväter haben sich alle Mühe gegeben, ein einheitliches und malerisches Straßenbild zu schaffen. Es ist ihnen sehr gut gelungen und man fühlt sich fast in den Wilden Western zurück versetzt.
Um 12:00 kam dann auch noch der Osterhase, verteilte Süßigkeiten an die Kinder und rief zur traditionellen Egg Hunt. Dabei mussten die Kinder, aufgeteilt in Altersgruppen, aus einem Haufen numerierter Steine die richtigen rausfinden, um am Ende einen Preis zu erhalten. Bei diesem festlichen Beisammensein blieben die Kaukasier unter sich und es nahm auch nur eine Jogginghose teil.
Dann fuhren wir auf die Insel. Indianer haben wir nicht gesehen, ist ja kein Zoo, aber auch kein Heimatmuseum oder ähnliches, etwas enttäuschend. Dafür einen Verkaufsstand für zollfreie Zigaretten und ein Casino (andernorts haben Indianer auch das Verkaufsrecht für zollfreien Alkohol). Wir konnten keinen Uferspaziergang machen, da alle Grundstücke bis direkt an den See reichten, also sind wir mal in das Casino reingegangen.
Als erstes waren wir fast blind, weil nach der hellen Sonne draußen das schummerige Licht drinnen einfach nicht ausreichte. Dann fiel uns die schlechte Luft auf: Es wurde geraucht. Auch das noch! Im ersten Raum wurden Karten (Black Jack, Poker, usw.) und American Roulette gespielt, im zweiten standen die Einarmigen Banditen. Es gab keinen wirklichen Dresscode und irgendwie wirkte die ganze Szenerie sehr befremdend. Lauter vorwiegend schäbig gekleidete Menschen saugten an ihren Zigaretten als gäbe es kein Morgen und starrten wahlweise auf ihre Karten, Chips, den grünen Filz oder die Anzeige ihrer Slot Machine. Nach Freizeitvergnügen sah das nicht aus. Wir nahmen noch ein paar Faltblätter mit, die uns die verschiedenen Pokerspiele erklären wollen, und freuten uns, als wir wieder in der Sonne standen.
Nach einem kleinen Nickerchen machten wir uns wieder auf den Rückweg. Die Fahrt war beide Male recht interessant. Je weiter man sich von Toronto entfernt, desto häufiger sieht man Dreier-Garagen und desto grösser sind die Poutine-Portionen. Harte Jungs treffen sich mit Vorliebe bei Tim Hortons (Wo sonst sieht man Biker mit Coffee to go statt 'ner Bierflasche?). Und die Ortschaften sind denen in Norddeutschland ganz ähnlich. Kein Ortskern mit Kirche, Kneipe und Kramladen, sondern eine Reihe Häuser an der Hauptstraße.
Um uns wenigstens noch ein bisschen die Füsse zu vertreten, nutzten wir die Gelegenheit, dass wir auf dem Rückweg am Rouge Park vorbeikamen. Aber wahrscheinlich haben wir einfach nur den falschen Eingang gewählt, denn nach rund zehn Minuten waren wir wieder an der Strasse. Und der Rouge Park soll der grösste Stadtpark Nordamerikas sein.

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Öfter mal was neues Alles hat ein Ende

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