Weggeworfen

2. April 2006 at 10:33 Hinterlasse einen Kommentar

Als Gerold gestern morgen frühsportlich durch das schlaftrunkene Toronto radelte, hat er im Centennial-Park ein ausgesetztes Zwergkaninchen im Rinnstein der Strasse gefunden, die durch den Park führt. Mit dem Rad konnte er es natürlich nicht transportieren und so stellte er einen neuen persönlichen Rekord auf, wir schnappten uns eine der Transportboxen, mit denen wir die Fritzens nach Kanada gebracht hatten, und hofften, dass dem Kleinen in der Zwischenzeit nichts zustößt.

Er sass noch an der gleichen Stelle, an den Bordstein gekauert und verängstigt. Er sah aus wie Mini-Fritz mit einem weißen Streifen auf der Nase. Wir konnten ihn ohne Probleme einpacken und er knabberte auch gleich ein paar grüne Rollis weg. Zuhause versorgten wir ihn mit Heu und er bekam ein kleines Stück Apfel für den Flüssigkeitshaushalt. Dann machten wir uns auf den Weg zur Humane Society. Das ist eine spendenfinanzierte Organisation, die sich um misshandelte, verletzte und vernachlässigte Haus- oder Wildtiere kümmert und auch ein Tierheim betreibt. Im Gegensatz zum städtischen Tierheim werden Tiere hier nur dann eingeschläfert, wenn sie aggressiv oder unheilbar krank sind. Die städtischen Tierheime schläfern ein, wenn das Tier nach einer gewissen Zeitspanne nicht vermittelt werden konnte.

Unser kleiner Problemfall hatte verletzte Hinterläufe und ich dachte eigentlich, dass sie 'nur' gebrochen seien. Der Tierarzt der Humane Society stellte aber leider fest, dass sie gelähmt sind. Ob von Geburt an oder durch Unachtsamkeit seiner Besitzer, konnte er natürlich nicht sagen. Dass er aber deswegen ausgesetzt worden sei, war für ihn klar. „He was dumped“, wie er so schön sagte. Und das obwohl man Tiere, für die man nicht mehr sorgen kann oder will, ganz unkompliziert bei der Humane Society abgeben kann. Auch wenn dem Besitzer das Tierchen vom Arm gesprungen ist und sich dabei verletzt hat und er die Wucherpreise des Tierarztes nicht bezahlen konnte oder wollte, ihm wäre die Verantwortung abgenommen worden.

Nun kommt es darauf an, was die Untersuchungen ergeben und wenn der Tierarzt entscheidet, des sein Leben kein lebenslanges Leiden wäre, dann bekommt Fund-Fritz bei uns ein neues Zuhause.

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Das starke Geschlecht Identitätskrise

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