Trautes Heim

29. März 2006 at 09:49 Hinterlasse einen Kommentar

Am Sonntag ereilte uns mal wieder der Ruf der Wildnis. Die Sonne schien, der Himmel war blau und letztes Jahr hatte ich Gerold ein Buch mit dem vielversprechenden Titel „Nature Hikes – Near-Toronto Tails and Adventures“ geschenkt, in dem sehenswerte Natur rund um Toronto beschrieben wird. Also packten wir Buch, Landkarte, Obst und Wasser ein, zogen festes Schuhwerk an und machten uns auf den Weg zum Sheppard's Bush. Falls irgendjemand auf die Idee kommen sollte, auch mal dorthin zu wollen: Lasst es sein.
Nachdem wir den Bush zwischen einem Gewerbegebiet und diversen Neubau-Siedlungen endlich gefunden hatten, waren wir zwar ein wenig desillusioniert, aber immer noch guter Dinge. Das änderte sich, als wir innerhalb von, optimistisch geschätzt, 15 Minuten den gesamten Park durchquert hatten. Immer in Sicht- und Hörweite des Highways, des Gewerbegebiets und der Neubau-Siedlungen. Richtig wild also.

Auf dem Rückweg kamen wir durch Aurora (Heimat von Crossing-The-Floor-Belinda), keine Reise wert, und Richmond Hill, ganz niedlich, und freuten uns, als wir schlussendlich die Skyline von Toronto vor uns hatten.
Nachmittags gingen wir am Fluss in dem Park hinterm Haus spazieren, lauschten den zwitschernden Vögeln (hörten keine Verkehrsgeräusche) und konnten springende Lachse beobachten, die jetzt auf dem Weg zu ihren Laichplätzen sind. Wozu in die Ferne reisen?

Weil wir sonst nicht wieder einmal Zeugen eines der faszinierendsten Schauspiele im kanadischen Autoverkehr geworden wären: Gelegentlich passiert es ja, dass Notarztwagen oder Feuerwehrfahrzeuge mit kreischenden Sirenen und flackernden Blinklichtern signalisieren, dass sie irgendwo ganz dringend gebraucht werden. Als normaler Autofahrer macht man in solchen Notsituationen Platz, damit die eiligen Helfer an einem vorbei ihrem Bestimmungsort entgegen rasen können. Natürlich sind neuere Einsatzfahrzeuge in der Lage, einen Rotor zuzuschalten und über die zum Erliegen gekommene Blechlawine rüber zu fliegen, aber man weiß ja nie, ob es sich nicht doch um ein älteres Modell handelt. Der gemeine kanadische Autofahrer ist hingegen felsenfest davon überzeugt, dass immer nur die neusten Fahrzeugtypen zu seiner Rettung eilen. Er (oder sie) hört eine Sirene und bleibt dort stehen, wo er (oder sie) gerade gefahren ist – ohne auch nur den Versuch zu machen, seine (oder ihre) Limousine von ausladenden Maßen ein wenig an den Straßenrand zu manövrieren. Was passiert? Der Notarzt bleibt im Verkehr stecken, die Sirene hört sich schon ziemlich heiser an und Mutti vor uns nestelt an ihrem Hut herum, während sie sich irritiert umschaut, wer da wohl auch noch hupt. Ist ja schon laut genug.

Wir sollten uns zur Vorsicht ein paar Feuerlöscher und einen Erste-Hilfe-Koffer kaufen, das ist nie verkehrt.

PS: Kein Link zu den springenden Lachsen, da nur Hobbyangler-Seiten darüber berichten. Schlimm genug.

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Entry filed under: on the road again, tagtäglich.

Man lernt für’s Leben Spring has sprung

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