Ohne Auto unterwegs

13. März 2006 at 12:45 Hinterlasse einen Kommentar

Also als Fußgänger, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Leben als Verkehrsteilnehmer ohne Auto wird einem nicht gerade leicht gemacht. Viele Autofahrer können offensichtlich gar nicht radfahren (dass es auch mit ihren autofahrerischen Fähigkeiten nicht weit her ist, hatten wir ja bereits) und wissen deshalb nicht, wie man sich fühlt, wenn einen ein Auto mit 10 cm Abstand überholt (schließlich sind die Strassen so breit, da passt das schon). Und weil Rechtsabbiegen auch bei Rot erlaubt ist, muss man schon das eine oder andere Mal zur Seite springen, denn die Autofahrer achten zwar im besten Fall auf den fließenden Verkehr, nicht aber auf den Fußgänger, der Grün hat.

Toronto hat zwei U-Bahn-Linien, eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Verbindung. Damit werden Downtown und die angrenzenden Stadtteile grob abgedeckt. Daneben gibt es Straßenbahnen (Streetcars), die einen etwas grösseren Bereich als die U-Bahnen befahren und eine sehr gute Ergänzung sind, und Busse. Mit Hamburg kann man das Nahverkehrsnetz aber überhaupt nicht vergleichen und von einer Millionenstadt wie Toronto hatte ich mehr erwartet.
Das Tarifsystem ist sehr simpel: Eine einfache Fahrt kostet 2, 50 $, wenn man einen einzelnen Fahrschein kauft, oder 2,- $, wenn man fünf oder zehn Fahrscheine nimmt. Dabei bekommt man keine Fahrscheine aus Papier, sondern Tokens – kleine silberne Blechmünzen von der Größe eines 10-Cent-Stücks. Damit kann man so weit fahren wie man will oder muss. Keine Tarifzonen mit unterschiedlichen Preisen, das macht schon Spaß. Beim Busfahrer muss übrigens immer passend bezahlt werden, denn er hat kein Wechselgeld dabei.

subway-5701-22.jpg TTC4177.JPG bus-8703-81.jpg
Die U-Bahnen, Streetcars und Busse muten etwas altertümlich an und viele sind in keinem guten Zustand. Haltewünsche teilt man dem Fahrer über Leinen mit, die an den Längsseiten der Busse und Streetcars entlang verlaufen. Ich kannte das bisher noch nicht, aber mein Vater meinte, dass die deutschen Busse das in seiner Jugend auch hatten.
U-Bahnen und Streetcars fahren in äußerst kurzen Abständen, auf Busse kann man gerne länger warten. Und anders als auf der HVV-Homepage bietet die Website der TTC (Toronto Transit Commission) keine Funktion, die einem zeigt, wie man von einem Punkt zu einem anderen kommt. Entweder weiß man, welche Linie man nehmen muss und kann dann den Fahrplan von ausgewählten Haltestellen einsehen oder eben nicht.

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Wer den Schaden hat Kurzmeldungen II

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