Kleider machen Leute

9. Februar 2006 at 17:05 1 Kommentar

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dieses Thema überhaupt anschneiden soll, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und was ich nicht einmal zum Renovieren des Kellers anziehen würde, trägt mancher hochbezahlte Rapper auf der Bühne.
Der Kanadier an sich verbringt seine Zeit im Winter wie im Sommer gerne drinnen. Im Sommer, weil es zu warm ist, also kühlt die Klimaanlage. Im Winter, weil es zu kalt ist, also wärmt die Heizung. Gelüftet wird nur im Notfall, deshalb haben wir im Badezimmer, trotz Fenster, einen Abluftventilator. Aber an so einem wundervollen Wintertag wie heute, kalt, strahlend sonnig und mit blauem Himmel, ideal um meinen Expeditionswintermantel auszuführen, kommen sie vereinzelt raus. Und wieder einmal fällt auf, dass das bei weitem beliebteste Ensemble der Jogginganzug ist. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Gewichtsklasse ist bei der schier unglaublichen Auswahl an Materialien, Farben und Designs für jeden etwas dabei – und leider scheint auch jeder etwas zu finden. Es gibt wirklich keine Gelegenheit, zu der ein Jogginganzug als unpassend empfunden wird. Unverzichtbares Accessoire sind dabei Schuhe, die unbedingt schlurfend zu tragen sind. Auch hier lässt sich keine Gesetzmäßigkeit ableiten, dass z.B. nur junge Chinesinnen mit kurzen Haaren schlurfen. Und ich erwische mich immer öfter dabei, dass ich ein „Heb‘ die Füsse“ mehr oder weniger laut vor mich hin murmle (bis irgendwann mal einer deutsch versteht und ich eins auf die Nase bekomme).

Zur Ehrenrettung sei allerdings auch das Filmfestival in Toronto erwähnt. Während dieses Festivals waren wir an einem Abend in den Strassen von Yorkville (sehr schicke Neighbourhood mit vielen Lokalen und Geschäften) unterwegs und ich kann ohne Übertreibung sagen, dass ich noch nie so viele hübsche und überaus gut gestylte Menschen wie dort gesehen habe. Dabei haben wir noch nicht einmal einen der vielen Promis erkannt, die alle anderen angeblich gesehen haben.
Fragt sich nur, wo sich all die Leute das restliche Jahr über verstecken. Oder waren das Statisten?

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Entry filed under: tagtäglich.

Einer geht noch Helau

1 Kommentar Add your own

  • 1. nicole und andreas  |  13. Februar 2006 um 14:58

    schnucki, du wirst noch die bestbezahlte auslandskorrespondentin, die die welt gesehen und nicht bezahlt hat . ach nee, da muss isch emaol herzlisch lache, denn isch hab genau das gleische gedacht bei de letzten chinesinn, nur dass sie ne inderin war. jedenfalls war sie kurzhaarig. …………….. laso, das blogging find ich schon nach 5 minuten gut, mach man schoen weiter und sammle deine/eure ganzen lustigen erlebnisse. sie sind umso komischer, wenn man sie-wenn auc nur kurz- mal kennen gelernt hat 🙂 bussi aus hh

    Antwort

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