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Geheim statt gemein
Als wir Anfang 2005 nach Kanada gezogen sind, war das Problem eigentlich noch gar keins. Zumindest ich fand die gelegentlichen Meinungsumfragen oder Lotterielosverkaufsversuche eher lustig denn störend. Und in Kanada entgingen wir allem Dank zweier Mobiltelefone und keinem Festnetzanschluß. Mittlerweile bin ich ober-angenervt und das regelmäßig und dann oft nicht nur ein- sondern gleich mehrmals am Tag.
Ich bin davon überzeugt, daß die Nervensägen, die ihr Geld mit diesem Werbe-Verkaufs-Telefonterror verdienen, bestimmte Leute an bestimmten Tagen anrufen. Also montags und donnerstags sind wir dran, dienstags, mittwochs und freitags die anderen. Ob sie dabei nach Namen oder Straßen oder Nummernkreisen vorgehen… wen juckt’s. Fakt ist, daß natürlich gerade dann, wenn unser Tag ist, die Rufnummernübertragung mal wieder nicht funktioniert (was auch regelmäßig der Fall ist, handelt es sich doch bloß um einen kostenpflichtigen sogenannten Service der France Telecom), ich arglos abnehme (was ich bei „unbekannt“ im Display in der Regel nicht tue) und direkt spucken könnte, sobald ich „Allo?“ „Madame N…?“ höre. Denn erstens melden sich Franzosen nie zuerst mit ihrem Namen, sondern fragen direkt, ob sie auch das richtige Opfer am Rohr haben. Und zweitens heiße ich nicht „Madame N…“, sondern „Madame W…“ – was derjenige wissen dürfte, der einen triftigen Grund hat, mich anzurufen.
Eins steht fest: Mein nächster Telefonanschluß wird ‘ne Geheimnummer und mobil bleibe ich prepaid – wenn mich dann zuviele Leute anrufen, werfe ich das Ding einfach weg. Machen die bösen Buben im Tatort auch immer so.
1 comment Oktober 29, 2009